ANTHROPIC

Pentagon zu Anthropic: "Fast einig" — eine Woche nach dem Rauswurf

Pentagon nannte Anthropic intern "fast aligned" — eine Woche nachdem Trump die Beziehung öffentlich beendete. Das Gericht-Dokument ändert alles.

Pentagon zu Anthropic:

Pentagon nannte Anthropic intern "fast aligned" — eine Woche nachdem Trump die Beziehung öffentlich beendete. Das Gericht-Dokument ändert alles.

Das Pentagon nannte Anthropic intern "fast einig" — exakt eine Woche, nachdem Trump die KI-Partnerschaft öffentlich für tot erklärt hatte.

Das geht aus einem neuen Gerichtsdokument hervor, das Anthropic am Freitagabend in einem Bundesgericht in Kalifornien eingereicht hat. Die Bombe: Am 4. März — sieben Tage nach Trumps öffentlicher Trennung — schrieb Under Secretary of Defense Michael eine E-Mail an Anthropic-CEO Dario Amodei. Inhalt: Die beiden Seiten seien in den zwei entscheidenden Streitpunkten "very close". Die Kernstreitpunkte laut Pentagon: autonome Waffen und Massenüberwachung von US-Bürgern.

Zur Erinnerung: Offiziell hatte Trump Ende Februar verkündet, die USA beendeten die Zusammenarbeit mit Anthropic, weil das Unternehmen ein "unacceptable risk to national security" darstelle. Defense Secretary Pete Hegseth hatte das publik gemacht. Eine Woche später: privat "fast einig".

Was hier wirklich passiert ist: Das Anthropic-Pentagon-Drama ist kein Sicherheitsproblem. Es ist ein Vertragsstreit. Anthropic weigerte sich, dem Pentagon uneingeschränkte Nutzung seiner Modelle zu erlauben — insbesondere für autonome Waffensysteme. Das ist legitim. Das Pentagon bezeichnete genau diese Weigerung als Sicherheitsrisiko und setzte Anthropic auf die Supply-Chain-Risikoliste — ein Hebel, der normalerweise für feindliche Auslandsfirmen verwendet wird.

Dass die zwei Seiten laut Pentagon selbst "fast aligned" waren, zeigt: Das "Sicherheitsrisiko"-Label war kein technisches Urteil. Es war Druckmittel.

Die Gegenfront wächst. Microsoft, ehemaliger Generalstabschef und mehrere pensionierte Bundesrichter haben beim Gericht Briefe zugunsten von Anthropic eingereicht. Das ist ungewöhnlich. Ehemalige Bundesrichter die sich in einem laufenden Tech-Rechtsstreit positionieren — das signalisiert, dass die Branche diesen Fall als Präzedenzfall versteht.

Was steht auf dem Spiel? Der Kern der Anthropic-Klage ist ein First-Amendment-Argument: Anthropic sagt, die Weigerung, bestimmte Vertragsklauseln zu unterschreiben, ist geschützte Meinungsäußerung. Das Justizministerium kontert: Vertragsverhandlungen sind keine Redefreiheit. Das Gericht entscheidet am 24. März. Richterin Rita Lin in San Francisco.

Die Metaebene: Dieser Fall wird bestimmen, wie weit die US-Regierung KI-Unternehmen zwingen kann, militärische Aufträge ohne eigene ethische Grenzen anzunehmen. Wenn Anthropic verliert, setzt das einen Präzedenzfall für jede KI-Firma die künftig "Nein" zu Rüstungsaufträgen sagt.

Zwei Punkte bleiben offen: Welche exakten Klauseln Anthropic ablehnte, ist noch unter Verschluss. Und ob das "nearly aligned"-Memo die Verhandlungsposition im Gerichtssaal verändert — das entscheidet sich am 24. März.

Fazit: Trump erklärte Anthropic zur Sicherheitsgefahr. Sein eigenes Pentagon schrieb gleichzeitig, man sei "fast einig". Das nennt man keinen Sicherheitskonflikt. Das nennt man Politik.