Google hat gestern das größte Maps-Update seit zehn Jahren angekündigt – und diesmal steckt echte KI dahinter.
Seit dem 12. März 2026 rollt Google zwei neue Funktionen in Google Maps aus: Ask Maps und die überarbeitete Immersive Navigation. Beide nutzen Googles Gemini-Modelle, beide adressieren echte Nutzungsprobleme – und das ist seltener als man denkt, wenn Google "KI-Feature" sagt.
Was ist Ask Maps wirklich?
Ask Maps ist kein umbenanntes Suchfeld. Die Funktion beantwortet Fragen, die eine klassische Karte schlicht nicht beantworten kann: "Mein Akku stirbt – wo kann ich ihn aufladen, ohne ewig auf einen Kaffee zu warten?" oder "Gibt es heute Abend einen beleuchteten Tennisplatz, der noch frei ist?"
Dahinter steckt Gemini, das live gegen Googles Datenbank mit über 200 Millionen indexierten Orten und die Beiträge von mehr als einer Milliarde Maps-Nutzern rechnet. Das System baut auf dem Kontext auf: Wer regelmäßig vegane Restaurants speichert, bekommt vegane Empfehlungen. Wer Kaffeespezialitäten-Läden anschaut, findet sie in den Vorschlägen wieder.
Ask Maps kann außerdem komplette Tagesrouten zusammenstellen, Reservierungen direkt aus dem Gesprächsfenster starten und Orte in persönliche Listen speichern. Das ist das, was Google Assistant nie wirklich geworden ist.
Und Immersive Navigation?
Das ist das technisch interessantere Feature. Gemini analysiert Street View-Material und Luftaufnahmen in Echtzeit, um kritische Straßendetails präzise einzublenden: Fahrspurmarkierungen, Zebrastreifen, Ampeln, Stoppschilder. Nicht als Overlay über ein 2D-Karte, sondern als dreidimensionale Echtzeit-Ansicht.
Google nennt es selbst "das größte Navi-Update in Maps seit vielen Jahren" – das ist Marketing, aber in diesem Fall nicht unberechtigt.
Ist der Hype berechtigt?
Teilweise. Ask Maps ist tatsächlich ein Sprung gegenüber dem bisherigen Suchfeld, weil die Fragen jetzt kontextreich und mehrstufig sein können. Das Community-Netzwerk dahinter ist Googles stärkster Vorteil – Apple Maps oder Here Maps haben nicht annähernd die gleiche Datendichte.
Was fehlt: Ask Maps startet in den USA und Indien, auf Android und iOS. Europa – kein Termin. Deutsche Nutzer schauen zunächst zu.
Der Vergleich mit ChatGPT Search oder Perplexitys lokaler Suche liegt nahe. Aber: Google Maps ist bei einer Milliarde Nutzer täglich aktiv. Die Verteilungspower, die Google hier hat, ist nicht reproduzierbar.
Fazit: Ask Maps ist Googles Beweis, dass LLMs mehr als Chatbots sind – sie können Infrastruktur werden. Wann das in Deutschland ankommt, ist die eigentlich interessante Frage.