Reuters hat es gestern Abend rausgebracht: Meta plant, 20 Prozent seiner Belegschaft zu entlassen – bis zu 16.000 Menschen.
Kein Gerücht, kein Leak von einem anonymen Discord-Server. Reuters zitiert direkte Quellen aus dem Unternehmen. Der offizielle Meta-Sprecher Andy Stone nannte es "spekulativen Journalismus über theoretische Ansätze" – was in der Praxis bedeutet: Man dementiert nicht, man korrigiert.
Die Zahl hinter der Zahl
Meta hatte zum 31. Dezember 2025 knapp 79.000 Mitarbeiter weltweit. 20 Prozent davon sind rund 16.000 Stellen. Das wäre Metas größte Entlassungswelle überhaupt – größer als das "Year of Efficiency" 2022/2023, bei dem zunächst 11.000, dann nochmal 10.000 Jobs gestrichen wurden.
Warum? Die Antwort ist ein Satz, den Zuckerberg im Januar selbst sagte: Er sehe "Projekte, die früher große Teams brauchten, jetzt von einer einzigen, hochtalentierten Person erledigt werden."
KI ersetzt Menschen – und Meta will zuerst die Rechnung, dann das Ergebnis vorweisen.
135 Milliarden Dollar Capex – für 2026 allein
Meta hat für 2026 ein KI-Infrastrukturbudget von 115 bis 135 Milliarden Dollar angekündigt. Das ist kein Tippfehler. Zum Vergleich: Das ist mehr als das gesamte Bruttoinlandsprodukt von Ungarn oder Neuseeland – in einem einzigen Jahr.
Das Geld fließt in Rechenzentren, proprietäre Chips (Metas MTIA-Linie) und Talent-Akquisitionen. Zuckerberg hat persönlich mehrere Top-KI-Researcher abgeworben, darunter bekannte Namen aus dem Google-DeepMind-Umfeld.
Das Problem: Die Investitionen sind riesig, der unmittelbare Return bleibt schwer zu quantifizieren. Werbeumsätze – Metas Haupteinnahmequelle – wachsen, aber langsamer als die Ausgaben. Die Logik ist simpel: Was die KI-Infrastruktur kostet, muss anderswo gespart werden.
Und anderswo ist: Personal.
Kein Datum, keine finale Zahl – aber auch kein klares Dementi
Meta lässt die Meldung bewusst im Raum stehen. "Spekulativ" ist nicht "falsch". Branchenbeobachter werten das als Signal, dass der Plan intern diskutiert wird, aber die Kommunikation noch nicht fertig ist.
Was das in der Praxis bedeutet: Intern werden gerade Abteilungen durchleuchtet, Managern werden Listen vorgelegt, und in den Meta-Büros in Menlo Park, London, Dublin und Berlin herrscht genau die Atmosphäre, die solche Berichte erzeugen sollen – Unsicherheit.
Das wiederum ist Teil der Methode. Zuckerberg hat im "Year of Efficiency" gezeigt, dass er solche Prozesse ohne Sentimentalität durchzieht.
Was das für die KI-Branche bedeutet
Meta ist nicht allein. Auch Google, Microsoft und Amazon haben in den letzten 18 Monaten tausende Stellen gestrichen, während gleichzeitig Milliarden in KI-Infrastruktur geflossen sind. Das Muster ist überall dasselbe: KI-Investitionen nach oben, Kopfzahl nach unten.
Die Frage, die in der Tech-Community gerade diskutiert wird: Ist das eine temporäre Restrukturierungswelle oder der Dauerzustand der Branche? Zuckerberg hat seine Antwort bereits gegeben – implizit, mit dem Budget.
135 Milliarden für Maschinen. 16.000 weniger für Menschen.