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900 KI-Mitarbeiter stellen sich gegen ihre eigenen Chefs

Google- und OpenAI-Mitarbeiter fordern: Keine autonomen Waffen, keine Massenüberwachung. Und Anthropic? Das ist ihr Vorbild.

900 KI-Mitarbeiter stellen sich gegen ihre eigenen Chefs

Google- und OpenAI-Mitarbeiter fordern: Keine autonomen Waffen, keine Massenueberwachung. Und Anthropic? Das ist ihr Vorbild.

Das Pentagon wollte die KI-Firmen gegeneinander ausspielen. Die eigenen Mitarbeiter haben das gerade verhindert.

Innerhalb von drei Tagen wuchs eine Petition von ein paar hundert Namen auf fast 900 Unterschriften. Unterzeichner: Mitarbeiter von Google und OpenAI. Forderung: Keine autonomen Waffen. Keine Massenüberwachung. Und: Tut, was Anthropic getan hat.

Das Pentagon-Spiel – und wie es aufflog

Das Verteidigungsministerium verhandelt gerade mit Google über den Einsatz von Gemini für militärische Anwendungen. Gleichzeitig führt es Gespräche mit OpenAI. Beide sollen das genehmigen, was Anthropic abgelehnt hat: KI-Modelle für vollautonome Waffensysteme und Massenüberwachung.

Die Strategie dahinter war offensichtlich: Wenn eine Firma nachgibt, muss die andere mitziehen – um nicht ins Hintertreffen zu geraten. Die Petition macht diese Taktik explizit sichtbar. Im Original-Wortlaut: „Das Pentagon versucht, jede Firma mit der Angst zu spalten, dass die andere nachgeben wird. Diese Strategie funktioniert nur, wenn keiner von uns weiß, wo die anderen stehen."

800 Google-Mitarbeiter. Fast 100 von OpenAI

Die Initiative heißt "We Will Not Be Divided" und läuft unter notdivided.org. Signaturen sind verifiziert, Anonymität möglich. Wenige Tage nach dem Anthropic-Pentagon-Eklat war die Liste voll. Organisatoren betonen: keine Verbindung zu einer der Firmen, kein politischer Hintergrund.

Die Kernforderungen: KI darf nicht für Zielerfassung ohne menschliche Kontrolle eingesetzt werden. KI darf nicht für Massenüberwachung von Zivilbevölkerungen genutzt werden. Und: Die Unternehmen sollen gemeinsam Grenzen definieren – branchenweite Standards statt Einzelentscheidungen unter Druck.

Anthropic als Benchmark

Was vor zwei Wochen eine Unternehmens-Entscheidung war – Dario Amodei lehnt Pentagon-Anforderungen ab, Anthropic landet auf der Blacklist – ist jetzt zum Branchenmaßstab geworden. Google- und OpenAI-Mitarbeiter berufen sich explizit auf Anthropic als das Beispiel, dem ihre eigenen Firmen folgen sollen.

Das ist eine bemerkenswerte Verschiebung. Nicht Anthropic hat die Petition gestartet. Nicht Anthropic hat seine Mitarbeiter mobilisiert. Der Druck kommt von innen – aus den Firmen, die gerade verhandeln.

Was jetzt passiert

Google hat die Petition bislang nicht kommentiert. OpenAI ebenfalls nicht. Das Pentagon verhandelt weiter. Anthropic klagt parallel vor Gericht gegen die Blacklist.

Was sich verändert hat: Die Öffentlichkeit weiß jetzt, dass es innerhalb der größten KI-Firmen der Welt eine substanzielle Gruppe gibt, die genau das nicht will, was das Pentagon fordert. Das ist politischer Druck – und er baut sich auf.

Fazit: Gesetze werden langsamer gemacht als KI-Modelle. Aber manchmal kommen die Grenzen von den Menschen, die die Modelle bauen.