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Zuckerbergs KI-Wette scheitert: Meta kauft bei Google ein

Metas proprietäres KI-Modell "Avocado" verzögert sich erneut auf Mai+. Jetzt erwägt Zuckerberg, Googles Gemini zu lizenzieren. Was läuft da schief?

Zuckerbergs KI-Wette scheitert: Meta kauft bei Google ein

Karikatur von Mark Zuckerberg vor einem riesigen Avocado-Modell mit weißer Fahne, Google-Logo im Hintergrund.

Mark Zuckerberg hat Milliarden in ein proprietäres KI-Modell gesteckt – und es funktioniert nicht gut genug.

Meta hat die Veröffentlichung seines neuen KI-Modells mit dem Codenamen "Avocado" erneut verschoben. Frühester Launch: Mai 2026. Und jetzt kommt es noch dicker: Laut aktuellen Berichten erwägt Meta, Googles Gemini zu lizenzieren – also das Modell eines direkten Konkurrenten zu nutzen, weil das eigene nicht mithalten kann. Das ist keine Kleinigkeit. Das ist eine strategische Kapitulation.

Was steckt hinter "Avocado"?

Meta verfolgt seit Ende 2024 eine Doppelstrategie: Zum einen die bekannte Open-Source-Linie mit der Llama-Familie, zum anderen ein proprietäres Top-Modell, das gegen GPT und Claude im Enterprise-Segment konkurrieren soll. "Avocado" war dieses proprietäre Modell – groß, teuer, für zahlende Business-Kunden gedacht.

Das Problem: Die Verzögerungen häufen sich. Ursprünglich für Q1 2026 angekündigt, dann auf Q2 verschoben, jetzt frühestens Mai – und selbst das klingt nicht sicher. Insider berichten, dass Avocado auf internen Benchmarks schlicht nicht das Level erreicht, das Meta braucht, um gegen Anthropics Claude und OpenAIs GPT-5 konkurrenzfähig zu sein.

Gemini lizenzieren – was bedeutet das wirklich?

Wenn sich das bestätigt, wäre es ein historischer Moment: Meta – das Unternehmen, das mit Llama die Open-Source-KI-Bewegung angeführt hat – kauft eine Schwarze-Box von Google ein. Das widerspricht allem, womit Meta in den letzten zwei Jahren Sympathiepunkte gesammelt hat.

Der Kontext macht es noch pikanter: Google wächst laut mehreren Berichten schneller als OpenAI und Anthropic, vor allem weil Anthropic und OpenAI öffentlich über Pentagon-Deals streiten, während Google still Regierungsverträge einsammelt. Gemini zu lizenzieren würde Meta direkt in Googles Umlaufbahn bringen – und Zuckerbergs Narrativ "Wir sind der freie Alternative zu den geschlossenen Modellen" beschädigen.

Das eigentliche Problem: Der Enterprise-Markt

Der Consumer-KI-Markt ist von Meta mit kostenlosem Meta AI auf WhatsApp, Instagram und Facebook gut abgedeckt. Das Problem ist der Enterprise-Markt – Unternehmen, die für leistungsfähige Modelle zahlen.

Und da läuft es gerade schlecht für Meta. Anthropic hat OpenAI im Enterprise-API-Markt überholt: 32 Prozent Marktanteil gegen 25 Prozent für OpenAI – eine komplette Umkehrung von 2024. Unter Neukunden gewinnt Anthropic 70 Prozent der Direktvergleiche gegen OpenAI. Meta ist in dieser Statistik gar nicht erst aufgeführt – weil der proprietäre Business-Stack noch nicht lieferfähig ist.

Was jetzt passiert

Drei mögliche Szenarien: Erstens, Avocado erscheint doch in Mai und ist gut genug – dann war das alles nur Drama. Zweitens, Meta lizenziert tatsächlich Gemini als Interim-Lösung und versucht den Reputationsschaden zu begrenzen. Drittens – und das hält sich Zuckerberg vermutlich als Hintertür offen – Meta kauft ein AI-Startup mit fertigem State-of-the-Art-Modell. Die Kriegskasse ist voll.

Was nicht mehr so einfach funktioniert: Die Botschaft "Llama ist die ethische, transparente, offene Alternative zu OpenAI und Google". Die wirkt weniger überzeugend, wenn Meta gleichzeitig heimlich Googles Closed-Source-Modell lizenziert.

Zuckerbergs KI-Strategie war: Open Source als Wettbewerbsvorteil. Wenn "Avocado" scheitert und Gemini die Lücke füllt, war das eine teure Illusion.